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Methoden

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Die Lerngruppen im Bereich Deutsch als Zweitsprache zeichnen sich u. a. auch durch ihre Heterogenität in Bezug auf die vorhergegangene schulische Laufbahn aus. Der unterschiedliche Bildungsstand muss unbedingt bei der Klasseneinteilung und Unterrichtsentwicklung Berücksichtigung finden.

Verschiedene Methoden können angewendet werden, um die individuellen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler nicht aus dem Blick zu verlieren und eine gezielte Förderung zu erreichen.
Sehr hilfreich ist es, eine Lerntheke anzubieten und auf diese Weise den Lernenden individualisiertes und selbstgesteuertes Lernen zu ermöglichen. Die Auswahl an verschiedenen Materialien setzt allerdings einen gewissen Grad an Selbstständigkeit der Lernenden voraus und muss begleitet werden. Um den Prozess der individuellen Förderung noch gezielter anzugehen, können auch individuelle Arbeitsmappen erstellt werden. Die Entscheidung, ob sich eine Lerntheke oder eine individuelle Arbeitsmappe anbietet, hängt vom Lernstand und folglich von der Zielgruppe ab.
Die Arbeit mit einer Wortschatzkartei hat sich ebenfalls bewährt. Die Schülerinnen und Schüler können mit den Karteikarten individuell ihren Lernprozess gestalten und in ihrem eigenen Lerntempo Vokabeln erlernen. Es ergeben sich verschiedene Übungsaufgaben – wie z. B. Sätze mit den Wörtern bilden und aufschreiben – die besprochen und begleitet werden müssen.
Es gibt noch viele weitere Methoden, die das individualisierte Lernen fördern. Bei der Anwendung dieser Methoden dürfen allerdings die Phasen des gemeinsamen Lernens und somit das kooperative Lernen nicht vergessen werden. Ein Austausch zwischen den Schülerinnen und Schülern in Form von gegenseitiger Unterstützung ist unabdingbar.

Vor allem in der berufsbildenden Schule kann der Spracherwerb unter Berücksichtigung verschiedener Sinneskanäle erfolgen. Die Verknüpfung von fachtheoretischen und fachpraktischen Inhalten lässt ein erlebnisorientiertes Lernen zu, sodass beispielweise beim Kochen viele Vokabeln eingeübt und durch Wiederholung gefestigt werden können. Ein vernetztes Lernen kann somit im Zuge des handlungsorientierten Lernens auch in Bezug auf den Spracherwerb gefördert werden.

Die Schülerinnen und Schüler erlernen neben der Sprache auch die kulturellen Gegebenheiten wie z. B. Essgewohnheiten, Feiertage, Werte und Normen. Es ist sehr sinnvoll, die Lernenden auch bei dem Erwerb dieser Kenntnisse zu unterstützen, indem eine Verzahnung verschiedener Themen mit dem Spracherwerb erfolgt.
Wichtig ist, bei der Themenauswahl die Lerngruppe in den Blick zu nehmen, da die Schülerinnen und Schüler sich nicht nur durch ihre individuelle Lernbiografie, sondern auch ihre vielfältigen Erfahrungen in ihren Herkunftsländern unterscheiden. Somit sollten die sensiblen Themen wie z. B. Religion, Sexualität, Partnerschaft besonders behutsam eingeführt werden. Sinnvoll wäre es auch, sich mit den kulturellen Gegebenheiten der verschiedenen Herkunftsländer auseinanderzusetzen, um auf das Vorwissen der Lernenden Bezug nehmen zu können.
Dabei sollten jegliche Verallgemeinerungen vermieden werden. Denn jede Schülerin bzw. jeder Schüler ist ein Individuum und muss unabhängig von der Herkunft als solches wahrgenommen werden.

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